Rad am Ring 2013

Die „Grüne Hölle“ am Nürburgring wurde am letzten Wochenende für 5000 Radfahrer zur „Regenhölle“.
500 Höhenmeter und 72 Kurvenpassagen auf einer Streckenlänge von 27 km sind schon etwas Besonderes. Im letzten Jahr schaffte ich 21 Runden (fast 600 km und 10.500 hm) bei schönem, aber kalten Wetter und konnte so meine AK gewinnen. Dieses Jahr hatte ich sogar meine zwei Frauen als Betreuerinnen dabei, um mein Gesamtergebnis bzw. die Rundenanzahl noch zu steigern. Aber bei diesen Wetterverhältnissen war bereits nach wenigen Runden nicht mehr daran zu denken. Die ersten Rundenzeiten waren bei schönem Wetter noch sehr vielversprechend, doch zu Beginn der 4. Runde machte sich mein Sattel selbständig und ich musste zu meiner Box zurück. Dadurch viel ich von Platz 9 auf Platz 17 zurück. Mit einem neuen Sattel samt Sattelstütze machte ich mich auf die Verfolgung meiner Konkurrenten. Nach und nach holte ich wieder Platz für Platz auf und arbeitete mich bis auf den 13. Platz vor. Währenddessen wurde das Wetter immer schlechter. Anfangs noch einzelne Schauer, ab der 6 Runde dann Dauerregen, so dass die Strecke langsam rutschig und gefährlicher wurde. Noch dazu wurde es langsam dunkel auf der Strecke. In der 8. Runde hat es mich dann am „Wehrseifen“ in einer Linkskurve erwischt. Das Vorderrad rutschte weg und ich schlitterte über den Asphalt. Gott sei Dank ist nicht viel passiert. Ein paar Hautabschürfungen und Prellungen mehr nicht. Durch den Sturz und einer erneuten Umziehaktion habe ich wieder ein paar Plätze verloren, die ich aber erneut gutmachen konnte. In meiner Altersklasse hatte ich bereits einen beruhigenden Vorsprung von 2 Runden herausgefahren. In der 10. Runde ist es dann passiert, ein erneuter Sturz am „Kallenhard“. In einer Rechtskurve rutschte mir erneut das Vorderrad weg. Dieses Mal war der Aufprall etwas heftiger und schmerzhafter. Das Schaltwerk funktionierte nicht mehr richtig und so kämpfte ich mich langsam zu meiner Box zurück. Dort angekommen, wechselte ich nur kurz das Rad und stieg auf mein Ersatzrad. Sattel ausgetauscht und weiter ging es. Das Wetter wurde immer schlechter, auch mein Zustand auf dem Rad verschlechterte sich. Schulter links und rechts, Nackenmuskulatur und mein rechtes Bein schmerzten langsam. Inzwischen war ich sogar bis auf Platz 12 vorgefahren. In Runde 12 machte ich einen erneuten Boxenstopp, um mir trockene Sachen anzuziehen. Nach der Umziehaktion, die bereits sehr mühsam und langsam verlief, wollte ich wieder auf mein Rad aufsteigen, aber mein rechtes Bein brachte ich einfach nicht über den Sattel. Meine hartnäckige Tochter hat mir dann mein Rad weggenommen und eine Weiterfahrt untersagt. Letztendlich die richtige, wenn auch schmerzhafte Entscheidung. Danach hat es so stark geregnet und gewittert, dass das Rennen vom Veranstalter für ein paar Stunden ausgesetzt wurde. Den Neustart in der Früh habe ich mir dann vom Auto aus angeschaut. Regen, Regen, Regen. Da macht Radfahren keinen Spaß. Die „Grüne Hölle“ wurde für viele zur Regenhölle. Trotzdem vielen Dank an meine Betreuerinnen, denn ohne die Beiden wäre ich vermutlich gar nicht nach Hause gekommen.

Diagnose: Schulterprellung auf beiden Seiten, großflächige Hautabschürfungen auf beiden Seiten, leichte Hüftprellung links mit Bluterguss, doppelter Beckenringbruch im Raum Scham- und Sitzbein auf der rechten Seite.