Training
Unter Training versteht man die regelmäßige planmäßige Belastung des Organismus mit dem Ziel der Leistungssteigerung. Vereinfacht geht man von dem Prinzip der Superkompensation aus, welches besagt, dass bei einer überschwelligen Belastung (richtige Intensität) sich der Körper nach einer Erholungsphase auf ein höheres Leistungsniveau angepasst.
Die Graphik veranschaulicht dies:

Trainingsbereiche
Innerhalb der Ausdauersportarten gibt es verschiedene Trainingsbereiche, die alle eine bestimmte Zielstellung haben. Prinzipiell sollten die Trainingsbereiche immer am Stoffwechsel festgelegt werden, als Faustformeln existieren aber unzählige Verfahren, die eine Abschätzung zulassen.

Herzfrequenzfaustformeln sind nur Durchschnittswerte und berücksichtigen weder die Individualität des Einzelnen noch tragen sie der Dynamik des Trainingsprozesses Rechnung.
Die Graphik zeigt deutlich die Streuung der tatsächlich gemessenen maximalen HF verschiedener Probanden (Punkte) um die Faustformel (rote Linie).
KB
Der Kompensationsbereich dient der aktiven Erholung nach anstrengenden Belastungen.
Ga1
Das Grundlagenausdauertraining1 dient der Stabilisierung und Entwicklung der Grundlagenausdauer. Der
Stoffwechsel wird primär auf die Fettverbrennung hin trainiert. Das Training ist sehr umfangsbetont.
Ga2
Das Grundlagenausdauertraining 2 dient der Entwicklung der Grundlagenausdauer. Die
Energiebereitstellung erfolgt gemischt aerob/anaerob. Der Organismus wird auf intensivere
Trainingseinheiten vorbereitet.
K3 (nur Rad)
Der K3 Bereich trainiert mit niedrigen Trittfrequenzen die sportartspezifische Kraftausdauer
EB
Das Training im Entwicklungsbereich dient der Verbesserung der anaeroben Schwellenleistung. Der
Organismus lernt höhere Laktatwerte zu tolerieren und Laktat abzubauen.
SB
Der Spitzenbereich dient besonders dem Training des anaeroben Stoffwechsels und der Schnelligkeit
Trainingssteuerung
Unter der Trainingsteuerung versteht unter Festlegung eines Trainingzieles, die gezielte Steuerung von Trainingsreizen und die Kontrolle des Trainingsprozesses. Folgende Graphik veranschaulicht die Zusammenhänge:

Trainingsplanung
Um ein systematisches Training zu absolvieren wird das Jahr in verschiedene Zyklen und Perioden unterteilt. Die kleinste Einheit stellt der Mikrozyklus dar - dies ist meistens die Dauer einer Woche. Hier ist es wichtig zu wissen ob es eine Belastungswoche oder Entlastungswoche ist.
Die Perioden unterteilt man in:
- Vorbereitungsperiode I-III (VPI-III)
- Wettkampfperiode (WP)
- Übergangsperiode (ÜP)
Die Vorbereitungsperioden dienen der Vorbereitung auf die Wettkampfsaison, die Sportartspezifität und Intensität nimmt von VPI zu VPIII immer mehr zu. Stehen anfangs noch allgemeine Trainingsmittel im Vordergrund wird spätestens ab der VPIII fast nur noch sportartspezifisch trainiert. Die Graphik zeigt sehr schön die Be- und Entlastungsphasen eines Triathleten in der VPI in den einzelnen Wochen aufgeteilt in Intensitäten:

Beispiel Trainingsplan
Auszug als PDFLeistungsdiagnostik
Um die Trainingsbereich exakt über den Stoffwechsel bestimmen zu können sollte man sich einer Leistungsdiagnostik unterziehen. Die Durchführung erfolgt in der Sportart für die man eine Aussage treffen möchte, da sonst eine andere metabolische, muskuläre und kardiale Belastung vorliegt.
Standardmäßig wird in einem Labor auf dem Fahrradergometer oder Laufband ein ansteigender stufenförmiger Test durchgeführt, bei dem am Ende jeder Stufe aus dem Ohrläppchen eine kleine Blutmenge entnommen wird um die Laktatwerte zu bestimmen. Laktat als Stoffwechselzwischenprodukt aus dem anaeroben Energiestoffwechsel zeigt an wie gut man trainiert ist und wo noch Defizite sind. Die Graphik zeigt einen Vergleich zweier Tests:

Wer es noch genauer wissen möchte kann zudem eine Atemgasanalyse machen, bei der unter Belastung die Atemgase gemessen werden. Anhand der Daten ist eine noch detailliertere Aussage über den Trainingszustand und die funktionellen Zusammenhänge möglich.
